Circulaya
Auf der Fachpack 2025 hatte ich die Gelegenheit, WERIT in Halle 6 zu besuchen und mit Mitgliedern der Inhaberfamilie sowie der Geschäftsführung über Strategie, Transformation und Produktinnovationen zu sprechen. In diesem Beitrag fasse ich zusammen, was WERIT derzeit bewegt: von einem tiefgreifenden Veränderungsprozess über Nachhaltigkeitsinitiativen bis hin zur Vorstellung einer komplett neuen Container-Serie, die Automation, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft vereint. Der Artikel basiert auf meinem persönlichen Messerundgang und den Gesprächen vor Ort – ein Blick hinter die Kulissen eines traditionsreichen, familiengeführten Unternehmens, das sich neu erfindet.
WERIT: Ein Familienunternehmen im Wandel
WERIT ist ein klassisches Familienunternehmen – inzwischen in der vierten Generation – und hat zuletzt sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Das Management und die Eigentümerfamilie haben einen umfassenden Veränderungsprozess gestartet, intern als „Verit One Ver 2030“ bezeichnet. Es handelt sich ausdrücklich nicht um kosmetische Anpassungen, sondern um eine tiefgreifende Transformation: Produkte, Prozesse, Standorte, Maschinen und vor allem Menschen stehen im Fokus.
Die Ziele dieses Programms sind eindeutig: WERIT will zukunftsfähig bleiben, bestehende Muster aufbrechen und sich als moderner Verpackungsdienstleister weiterentwickeln. Kurz gesagt: Es geht um eine Neuausrichtung, die neben Investitionen in Produktionskapazitäten auch die Unternehmenskultur und das Mindset der Belegschaft umfasst.
Investitionen in Standorte, Menschen und Produkte
Ein konkretes Zeichen der Expansion: kürzlich wurde ein neues Werk in Manchester eröffnet, um Produktion und Service näher an Kunden in Großbritannien zu bringen. Parallel dazu investiert WERIT in Mitarbeiterentwicklung, moderne Maschinen und in die Entwicklung neuer Produktfamilien – all das, um den Anforderungen einer zunehmend digitalen und nachhaltigkeitsorientierten Logistik gerecht zu werden.
Familienführung als Teamleistung
Interessant ist die Art der Entscheidungsfindung: Die Eigentümerfamilie arbeitet in „Tribes“ mit unterschiedlichen Altersstrukturen (70, 60, 40 Jahre), wodurch altbewährte Erfahrungen mit frischen Perspektiven kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein kollegialer Stil, in dem strategische Vorgaben zwar vom Eigentümerkreis kommen, die konkrete Umsetzung aber im Team – inklusive Management in den Ländern – stattfindet. Wie mir ein Vertreter der Familie sagte: „Ich bin nur ein Baustein, aber jeder Baustein ist wichtig.“
Plastik, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft: WERITs Haltung
Das Thema Nachhaltigkeit war ein dominierendes Gesprächsthema. Bis vor kurzem war „Kunststoff“ in Teilen der Öffentlichkeit ein negativ besetztes Wort. WERIT sieht Kunststoff jedoch differenziert: In seiner Lebenszyklusbetrachtung bietet Kunststoff große Vorteile, insbesondere wenn er gesammelt und rezykliert wird.
„Plastik kann sehr, sehr gut recycelt werden – viel besser als Papier, zum Beispiel. Unsere Aufgabe ist, möglichst viel unserer Produkte zurückzubringen und daraus neue Produkte zu machen.“
WERIT investiert deshalb in Rücknahmelösungen, Aufbereitung und Regranulatproduktion. Auch die Behandlung von Wasser – als Teil der Produktion und Reinigung – wird als integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie gesehen. Auf der Messe war deutlich zu spüren, dass für WERIT Nachhaltigkeit nicht nur ein Marketingbegriff ist, sondern in konkrete Projekte und Investitionen übersetzt wird.
Zur Frage nach Biokunststoffen
WERIT geht offen mit der Thematik um: Biologisch abbaubare Kunststoffe sind aktuell noch nicht die Lösung für alle Anwendungen. Vielversprechender ist der Ansatz der Wiederverwertung im Kreislauf – also Design for Recycling, Rücknahmesysteme und Einsatz von Rezyklat. In diesem Kontext ist auch die Kombination aus 60 % Neuware (Virgin PP) und 40 % Rezyklat (recycled PP), wie bei der neuen Container-Serie, ein pragmatischer Kompromiss zwischen technischer Performance und Nachhaltigkeitsanforderungen.
Der Blick nach vorn: WERIT im Jahr 2040
Wenn ich die „Kristallkugel“ befrage, wird WERIT auch 2040 noch als Anbieter von funktionalen Verpackungslösungen existieren – aber in einem erweiterten Rollenbild. Nicht mehr nur „Kunststoffhersteller“, sondern als ganzheitlicher Packaging-Service-Provider: nachhaltige, innovative Produkte kombiniert mit digitalen Services, motivierten Teams und zufriedenen Kunden in Europa.
Das bedeutet: Produkte, die heute zu sehen sind, werden sich weiterentwickeln. Manche Produkte bleiben, andere werden durch bessere, ressourcenschonendere Lösungen ersetzt. Offenheit gegenüber Innovationen ist Teil der Unternehmens-DNA geworden.
Produktneuheit auf der Fachpack 2025: Die neue Automations-Container-Serie
Das Highlight meines Besuchs war die Vorstellung einer Prototypen-Serie für automatisierte Industriecontainer – eine komplett neue Produktfamilie, die Automation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit verknüpft. Die Serie wurde speziell für automatisierte Materialflüsse in Industrie und Lager entwickelt.
Designprinzipien und Varianten
Die Container sind in mehreren Grundmaßen geplant, die sich an etablierten Normen orientieren:
- 300 x 200 mm
- 400 x 300 mm
- 600 x 400 mm
- 800 x 600 mm
Innerhalb dieser Formate gibt es verschiedene Bodentypen (einfacher Boden, Doppelboden, geriffelter Boden) sowie zahlreiche Deckelvarianten (Auflege-Deckel, Stülpdeckel, „Krokodil“-Deckel). Die Serie ist modular gestaltet, sodass sie sich an unterschiedliche Handling-Anforderungen anpassen lässt.
Materialwahl und Regulierung (PPWR-Readiness)
Die Container bestehen aus 60 % Virgin-PP und 40 % Recycled-PP. Diese Zusammensetzung ist bewusst gewählt, um einerseits die technische Zuverlässigkeit der Verpackung zu gewährleisten und gleichzeitig die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) zu adressieren. WERIT betont, dass die Serie „PPWR-ready“ ist, also die Kriterien für die nachhaltigere Nutzung von Verpackungsrohstoffen berücksichtigt.
Automations- und Digitalisierungsfeatures
Was diese Container besonders macht, sind die eingebauten Lösungen für automatisierte Systeme:
- Vertikale Stützen zur sicheren Fixierung in Handhabungsanlagen
- Zentrierhilfen für präzises Positionieren in Förder- und Robotersystemen
- Spezifische Freiräume und Geometrien für den Einsatz von Vakuumrobotern
- Varianten für Griffe und Öffnungen, die Greiferkonzepten Rechnung tragen
- Optionale Trennwände/Partitionen zur Unterteilung des Innenraums
- Wasserabflussöffnungen nach FM Global und VdS-Anforderungen
Diese Details zeigen: Es geht nicht nur um einen „einfachen Kasten“, sondern um ein durchdachtes, industrietaugliches System. Die Integration von Vakuumrobotern, Greifern und standardisierten Übergabepunkten macht die Container zu einem „Multitool“ für automatisierte Logistikprozesse.
Sicherheits- und Versicherungsanforderungen
Besonders bemerkenswert ist die Einhaltung von Vorgaben großer Industrieversicherer wie FM Global sowie von Prüf- und Zertifizierungsstellen wie VdS. Die Integration von Wasserabflussöffnungen ist ein gutes Beispiel: Solche Features sind nicht nur funktional (Reinigung, Kondensatmanagement), sondern helfen auch, Anforderungen von Versicherern und Industry Safety-Standards zu erfüllen.
Zielgruppe, Verfügbarkeit und Marktposition
WERIT sieht die Zielgruppe klar im industriellen Bereich: Unternehmen, die ihre Lager- und Produktionslogistik digitalisieren und automatisieren wollen, sowie Systemintegratoren, die Fördersysteme, Robotik und Lagerautomatisierung planen und implementieren. Die neue Serie ist als logische Erweiterung des bestehenden Portfolios zu verstehen – WERIT produziert seit über 50 Jahren Standard- und Spezialcontainer und hat mit dieser Entwicklung eine Lücke geschlossen, die in den letzten Jahren durch die zunehmende Automatisierung entstanden ist.
Die ersten Eindrücke auf der Fachpack waren durchweg positiv: Partner, Händler und auch Wettbewerber zeigten Interesse. WERIT plant Follow-up-Aktivitäten nach der Messe, um Prototypen zu evaluieren und konkrete Kundenanfragen zu bearbeiten.
Warum diese Entwicklung relevant ist
Die Kombination aus Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Automatisierung ist kein Zufall – es ist die Richtung, in die sich die gesamte Branche bewegt. Einige Gründe, warum die neue Container-Serie relevant ist:
- Sie unterstützt Industrieunternehmen bei der Modernisierung von Materialfluss und Lagerhaltung.
- Sie berücksichtigt Kreislaufaspekte durch den Einsatz von Rezyklat und durch Design-for-Recycling-Prinzipien.
- Sie ist modular und anpassbar, wodurch sie für verschiedene Branchen und Prozessanforderungen attraktiv wird.
- Sie hilft, Versicherungs- und Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, was in vielen Industrien ein wichtiges Kaufkriterium ist.
Fazit: WERIT als Impulsgeber für die Industrieverpackung
Mein Messerundgang bei WERIT auf der Fachpack 2025 hat gezeigt: Ein traditionsreiches Familienunternehmen kann sich neu erfinden, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Mit dem „Verit One Ver 2030“-Programm und der neuen Automations-Container-Serie adressiert WERIT zentrale Herausforderungen der Branche: Wie kann man Ressourcen schonen, Prozesse automatisieren und gleichzeitig zuverlässig bleiben?
WERIT positioniert sich klar als Packaging-Service-Provider, der sowohl Produkte als auch Lösungen für den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen liefert. Dabei bleiben Faktoren wie Materialwahl, Reparierbarkeit, Rückführung und digitale Integration keine Nebenthemen, sondern sind Kernbestandteile der Produktentwicklung.
Wenn Sie in der Industrie tätig sind, Logistikprozesse automatisieren oder auf nachhaltigere Verpackungslösungen umstellen wollen, lohnt sich ein Blick auf WERITs Angebot – online und vor Ort. Die neue Container-Serie ist ein gutes Beispiel dafür, wie technische Detailarbeit (Zentrierhilfen, Vakuum-Robotik-Freiräume, Abflussöffnungen) zusammen mit strategischen Entscheidungen (Einsatz von Rezyklat, Einhaltung von PPWR-Anforderungen) echte Mehrwerte schaffen kann.
Ich empfehle, die Produktentwicklung weiter zu verfolgen und im Dialog mit Herstellern wie WERIT konkrete Pilotprojekte zu planen. Nur durch praxisnahe Tests in realen Produktionsumgebungen zeigt sich, wie Automations-Container im täglichen Betrieb funktionieren und welche Anpassungen sinnvoll sind. Die Zukunft der Industrieverpackung ist modular, digital und kreislauffähig – und WERIT zeigt, wie man diesen Weg pragmatisch beschreiten kann.
Hinweis: Für diesen Artikel wurden keine externen Links zur Verfügung gestellt. Unten finden Sie Vorschläge für sinnvolle Linkplatzierungen (Platzhalter-URLs „#“ verwenden), die Sie bei Verfügbarkeit der echten URLs ersetzen können.
- Empfohlener Linktext: WERIT – Ziel: Unternehmensseite / Über uns
- Empfohlener Linktext: Verit One – Ziel: Informationen zum Transformationsprogramm
- Empfohlener Linktext: Kreislaufwirtschaft – Ziel: Nachhaltigkeits- oder Recyclingeinführung
- Empfohlener Linktext: PPWR-ready – Ziel: Informationen zur Packaging and Packaging Waste Regulation
- Empfohlener Linktext: Automations-Container – Ziel: Produktseite der neuen Container-Serie
Sie können diese Links an zahlreichen Stellen des Textes einfügen, z. B. bei der ersten Nennung von „WERIT“ im Einführungabschnitt, bei der Erwähnung von „Verit One Ver 2030“, beim Abschnitt zur „Kreislaufwirtschaft“, bei der Erläuterung der „PPWR-Readiness“ und beim Kapitel zur „Automations-Container-Serie“. Ersetzen Sie bitte die Platzhalter-URLs (#) durch die tatsächlichen Zieladressen.
Im Rahmen unseres FACHPACK-Vortrags haben wir – Stefan Laske (Mondi AG) und Annika Schoofs (Futury GmbH) – zwei Perspektiven zusammengeführt: Wie verwurzelt sich Innovation im Konzern und wie findet sie auf Seiten von Startups ihren Weg in den Markt? In diesem Beitrag fasse ich die Kernaussagen unserer Session zusammen, gebe praktische Empfehlungen und illustriere, wie Unternehmen und Startups zusammenarbeiten müssen, damit Innovationen nicht nur entstehen, sondern auch skaliert werden.
Warum ein grundlegendes Rahmenwerk wichtig ist
Bevor Innovation überhaupt starten kann, braucht es Orientierung: Bei Mondi bildet der „Mondi Action Plan 2030“ das strategische Gerüst. Ein solches Programm verankert Ziele, Prioritäten und auch Budgetverantwortung – und schafft für Innovations- und F&E-Teams die notwendige Sicherheit.
Wichtige Punkte dieses Rahmens sind:
- Kreislauffähige Lösungen: Ziel 100 % recyclingfähig, wiederverwendbar oder kompostierbar (Zero Waste Zielvorgabe).
- Empowerment: Menschen befähigen, in ihren Arbeitsbereichen die Ziele zu erreichen.
- Klima und Maßnahmen: Konkrete Vorgaben für Emissionsreduktion und operative Maßnahmen.
Ein festgelegtes Ziel sorgt dafür, dass Innovationen aus internen wie externen Quellen an denselben Kompass gebunden werden – und nicht als Einzelaufgaben ohne Anschluss bleiben.
Interne vs. externe Innovation: Die richtige Balance finden
Wir unterscheiden zwei grundlegende Innovationsarten:
- Interne Innovation: Entsteht häufig durch Teams, die bestehende Prozesse optimieren oder inkrementelle Verbesserungen durchführen – etwa neue Barrieren, Bedienkonzepte oder Materialformulierungen. Solche Ideen sind inklusiv und erreichbar, führen aber selten zu radikalen Sprüngen.
- Externe Innovation: Kommt von außen – Startups, Forschung, neue Technologien. Diese Ideen haben oft ein größeres disruptives Potenzial, müssen aber in die Unternehmensrealität integriert werden.
Gerade jetzt brauchen wir viele große Sprünge. Deshalb ist externe Innovation kein „Nice-to-have“, sondern strategische Notwendigkeit.
Voraussetzungen für erfolgreiche externe Innovation
Aus unserer Erfahrung sind folgende Faktoren unabdingbar:
- Strategische Verankerung: Innovation muss als Priorität gelten, inklusive Budget, KPIs und klarer Ziele.
- Top-Level-Commitment: Ohne Unterstützung auf Vorstandsebene geht nichts – externe Ideen sterben schnell in Bürokratie oder Ressentiments.
- Offene Unternehmenskultur: Weg von „Not-invented-here“-Mentalität hin zu echtem Öffnen und Testen.
- Eigenständige Innovations-Units: Teams, die unabhängig von den täglichen KPIs des Kerngeschäfts arbeiten können.
- Agile Prozesse & passende KPIs: Metriken, die Experimentierfreude und schnelles Scheitern ermöglichen.
- Rollen & Integrationskapazitäten: Frühe Verantwortlichkeiten für die Überführung erfolgreicher POCs in die operative Welt.
Ohne diese strukturellen und kulturellen Rahmenbedingungen bleiben viele gute Ideen auf der Strecke.
Das Mondi Matchmaker-Programm: Strukturierte Zusammenarbeit statt Zufall
Wir haben mit Mondi den Matchmaker entwickelt – ein bewusstes, dreistufiges Vorgehen, um Startups nicht zufällig, sondern zielgerichtet zu identifizieren, zu testen und zu integrieren.
Die drei Schritte des Matchmakers
- Image aufbauen & Einstieg schaffen:Wir zeigen klar: Mondi ist offen für Kooperationen, wir arbeiten partnerschaftlich auf Augenhöhe und stellen Ressourcen zur Verfügung.
- Call for Action & Proof of Concept (PoC):Gezielte Themenvorgaben, offene Calls und eine aktive Suche führen zu einem Dealflow (beispielsweise über 200 Bewerbungen). Ausgewählte Startups durchlaufen einen konzentrierten PoC (4–6 Monate). Wir stellen Arbeitszeit, Maschinenzugang, Qualitätsabteilungen, Kundenzugänge u. v. m. – und prüfen Technologie, Team-Fit und Business-Case.
- Umsetzung & Skalierungsoptionen:Nach erfolgreichem PoC gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht: Liegt ein Kunden-Lieferanten-Verhältnis nahe? Ist Venture Clienting sinnvoll? Oder ist Corporate Venture Building eine Option? Entscheidend ist der Fit – technologisch, kommerziell und kulturell.
Ein klares Learning: Investitionen in Startups als primäres Ziel sind selten die effizienteste Route. Vielmehr geht es darum, Lösungen zu integrieren und gemeinsam zu skalieren.
Die Sicht der Startups: Marktzugang, Validierung und Teamfit
Aus Sicht von Futury ist der entscheidende Engpass für Startups im Verpackungsbereich nicht die Technologie allein – sondern der Marktzugang. Startups benötigen:
- Zugang zu Industriepartnern, die ihre Prototypen testen und validieren.
- Klarheit über Marktbedürfnisse und Geschäftsmodelle (B2B ist oft entscheidend).
- Netzwerke entlang der gesamten Wertschöpfungskette – damit Design-for-Recycling, Produktion und Recycling kompatibel gedacht werden.
Wir haben im Trend-Scouting und in Heatmaps (hohe Innovationskonzentration u. a. in USA, Indien, UK) erkannt: Ideen sind global verfügbar – die Herausforderung ist die lokale, zielgerichtete Auswahl und das anschließende Testen in der realen Industrieumgebung.
Wie Futury Startups unterstützt
- Problem-Workshops mit Industriepartnern: Konkurrenzsensitive Akteure zusammenbringen, um reale Herausforderungen zu präzisieren.
- Gezielte Scouting- und Matchmaking-Services: Relevante Startups identifizieren und vorselektieren (Screening, Business Model Fit, Team Fit).
- Pilotprojekte entlang der Wertschöpfungskette: Mehrere Partner reduzieren Risiko und schaffen Marktzugang.
Ein Praxisbeispiel: Ein KI-basiertes Startup (Standort: Stuttgart/Ljubljana) analysiert Abfallströme, um daraus wirtschaftliche Geschäftsmodelle und sekundäre Rohstoffpfade abzuleiten. Im Pilot mit Industriekunden wurden nicht nur Produktanforderungen geschärft – es entstanden auch Kooperationen mit anderen Startups (z. B. für Materialanalyse), die ohne dieses Netzwerk nicht zustande gekommen wären.
Kultur, Geschwindigkeit und Erwartungen: Die größte Hürde ist die Übersetzung
In der anschließenden Diskussion haben wir festgestellt: Es geht weniger um „Gleichmachen“ von Startups und Corporates, sondern um Übersetzen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten, Ressourcen und „Sprachen“ (Kosten, Skalierung, Zeit) erfordern:
- Klare Erwartungsmanagement-Prozesse
- Transparente Kommunikation
- Externe oder interne Vermittler, die beide Welten verstehen
„Innovation beginnt mit einer Idee und endet mit einer Rechnung.“
Dieser Satz bringt es auf den Punkt: Ideen sind nur so viel wert wie ihre Fähigkeit, einen Markt zu erreichen und wirtschaftlich zu funktionieren.
Risiko vs. Chance
Viele fragen: Ist die Zusammenarbeit mit Startups nicht zu riskant, da viele scheitern? Unsere Antwort: Nein – wenn man es als Risikomanagement betrachtet. Innovationsprojekte (intern wie extern) haben Erfolgsquoten von oft nur 20–30 %. Die größere Gefahr ist, etwas zu verpassen, das den Markt entscheidend verändert.
Besonderes Augenmerk: Skalierung, Design for Recycling und holistische Ansätze
Gerade in der Verpackungsindustrie zeigt sich: Technische Lösungen im Labor sind nur ein Teil der Antwort. Für nachhaltige Innovationen braucht es:
- Design-for-Recycling von Anfang an
- Einbindung von Recycling- und Entsorgungsinfrastruktur
- Mehrere Industriepartner, um Marktzugang und Skalierung zu sichern
Ohne diese ganzheitliche Sicht besteht die Gefahr, dass Materialinnovationen nicht recycelt werden können oder keine wirtschaftliche Anwendung finden.
Inklusive Geschäftsmodelle und soziale Integration
Auf die Frage, ob inklusive Lösungen (z. B. Werkstätten für Menschen mit Behinderung) in Verpackungsprojekten machbar sind, lautet die Antwort: Ja. Ein konkretes Beispiel ist ein Start-up aus dem B2B-Bereich (Rhino Pack), das wiederverwendbare Verpackungen in Rücknahmeprozessen einsetzt und kleinere Reparaturen in inklusiven Werkstätten durchführen lässt. Skalierung ist oft die Herausforderung, nicht die Machbarkeit.
Was kann ein Ecosystem wie Future Pack bewirken?
Events und Ökosysteme sind mehr als nur Networking-Plattformen. Future Pack dient als Bühne und Übersetzer:
- Startups bekommen Sichtbarkeit gegenüber relevanten Industriepartnern.
- Corporates erhalten kuratierte Innovationen und externe Übersetzungskompetenz.
- Workshops und Pitches beschleunigen erstes Feedback, Pilotprojekte und Commitment.
Deshalb organisieren wir Future Pack als dedizierten Tag vor Fachpack – um Raum für intensive, ungestörte Begegnungen zu schaffen, die im üblichen Messebetrieb oft zu kurz kommen. Unser Appell an Startups: Nutzt diese Bühne. Unser Appell an Unternehmen: Kommt mit offenem Mindset und konkretem Interesse.
Praktische Empfehlungen für Unternehmen und Startups
- Für Unternehmen: Verankert externe Innovation strategisch, schafft autonome Teams, definiert KPIs für hohe Fehlerraten und stellt Entscheidungskapazitäten auf Führungsebene bereit.
- Für Startups: Seid vorbereitet: Klare Problemdefinition, Business Model, Skalierungsstrategie und Bereitschaft, euer Produkt gemeinsam mit Industriekunden anzupassen.
- Für beide: Erwartungsmanagement, transparente Kommunikation und die Bereitschaft, kulturelle Übersetzungsarbeit zu leisten.
Fazit: Übersetzen, Testen, Skalieren
Innovation ist heute weniger ein Zufallsprodukt als ein Prozess, der strategische Verankerung, klare Strukturen und echte Partnerschaften braucht. Startups brauchen Marktzugang und Validierung – Unternehmen brauchen Tempo und disruptive Ideen. Wer die Lücke zwischen Markt und Innovation schließen will, muss beides verbinden: strukturierte Matchmaking-Prozesse (wie unseren Matchmaker), kuratierte Ökosysteme (wie Futury) und die Bereitschaft, in Pilotprojekte zu investieren.
Wenn wir eines in der Session deutlich gemacht haben, dann dies: Die größte Gefahr ist nicht das Scheitern einzelner Projekte, sondern das Verpassen von Innovationen, die Märkte verändern. Deshalb lautet unsere Einladung: Kommt nach Nuremberg zum Future Pack (22. September) und zur FACHPACK (23.–25. September). Lasst uns gemeinsam testen, lernen und Ideen in die Realität bringen.
Wenn Sie Fragen haben oder mehr über den Matchmaker-Prozess von Mondi oder unsere Arbeit bei Futury erfahren möchten, sprechen Sie uns gern an – persönlich auf der Fachmesse oder im Nachgang digital. Gemeinsam lassen sich gute Ideen tatsächlich zur Marktreife bringen.
Weiterführende Hinweise und Kontakt
Wenn Sie tiefer in einzelne Themen einsteigen möchten—etwa in den Mondi Action Plan 2030, Best Practices für Design for Recycling oder die Teilnahme am Future Pack—sprechen Sie uns gerne an. Vor Ort auf der FACHPACK oder digital geben wir konkrete Hinweise zu Pilotmöglichkeiten, PoC-Strukturen und Kooperationsmodellen.
Kontaktieren Sie bitte die Vortragenden: Stefan Laske (Mondi AG) und Annika Schoofs (Futury GmbH). Wir freuen uns auf konkrete Fragestellungen zu Technologie-Scouting, Matchmaking-Prozessen und Skalierungsstrategien.
Hinweis: Für diese Ergänzung wurden keine externen URLs zur Verfügung gestellt. Gerne fügen wir bei Bedarf passende Links (z. B. zu Programmen, Veranstaltungen oder Anmeldeformularen) ein, wenn Sie uns die gewünschten URLs übermitteln.
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